Säule 3a - Ein weisses Sparschwein auf einem Holztisch symbolisiert die verschiedenen Sparmöglichkeiten

Säule 3a, freies Vermögen oder Pensionskasse?

Wo und wie du am cleversten sparst

Sparen für deine Pensionierung – das kannst du auf verschiedene Arten. Wenn es ums Vorsorgen geht, ist jedoch die Meinung weit verbreitet, man solle wegen den Steuervorteilen zuerst die Säule 3a füllen, bevor man weitere Möglichkeiten nutzt. Doch das greift zu kurz.

In diesem Artikel erklären wir von findependent dir wieso und stellen dir nebst der Säule 3a auch zwei weitere beliebte Möglichkeiten zum Vorsorgen mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Erfahre, was sich insbesondere steuertechnisch lohnt und wie du die verschiedenen Möglichkeiten optimal kombinierst.

Säule 3a

Steuern sparen in der Säule 3a?
Säule 3a versteuern?

Erwerbstätige haben die Möglichkeit in die Säule 3a einzuzahlen. Einerseits gibt es die Möglichkeit auf einem Säule-3a-Konto zu sparen, andererseits gibt es Säule-3a-Anlagelösungen, bei denen das Guthaben in Anlagen wie Aktien oder Anleihen investiert wird und man somit Kapitalgewinne und Erträge wie bspw. Dividenden erzielt.

Das Gute am Vorsorgen mit der Säule 3a ist, dass die Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfen. Allerdings fragen sich viele “wie viel kann ich in die 3 säule einzahlen”, denn die Einzahlungen sind aufgrund des Säule 3a Maximalbetrages 2023 beschränkt:

Säule 3a Maximalbetrag 2023

  • Für Personen mit Pensionskasse liegt der Säule 3a Maximalbetrag 2023 neu bei 7’056 Franken.
  • Für Personen ohne Pensionskasse liegt der Säule 3a Maximalbetrag 2023 bei maximal 20% des Erwerbseinkommens, höchstens aber 35’280 Franken.

Ein grosser Nachteil der Säule 3a ist die geringe Flexibilität. Denn das Guthaben in der Säule 3a ist grundsätzlich gebunden und kann frühstens fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters bezogen werden. Nur in den folgenden Ausnahmefällen ist ein Bezug schon vorher möglich:

  • Haus- bzw. Wohnungskauf
  • Amortisation von Hypotheken
  • Selbständigkeit
  • Invalidität
  • Auswanderung

Ausserdem muss das gesamte Guthaben auf einem Säule-3a-Konto auf einmal bezogen werden. Einzige Ausnahme ist der Vorbezug für Wohneigentum, wo auch eine Teilauszahlung möglich ist.

Nebst den Einzahlungen sind auch die Erträge, welche von den Anlagen generiert werden (wie bspw. die Zinsen oder Dividenden), einkommenssteuerfrei. Des Weiteren muss das Guthaben in der Säule 3a auch nicht als Vermögen versteuert werden. Das Säule 3a Konto muss in der Steuererklärung folglich nicht aufgeführt werden.

Allerdings fallen dann beim Bezug des Säule-3a-Guthabens Steuern an. Zwar ist der Steuersatz reduziert (ca. 5-10%, je nach Kanton und Grösse des Bezugs), aber dafür muss das gesamte Guthaben versteuert werden. Dazu gehört auch der Kapitalgewinn, der sich über die Jahre akkumuliert hat. Für die Säule 3a gilt also: Die Steuern sind nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

Säule 3a nach der Pensionierung auszahlen?

Im obigen Abschnitt haben wir darüber gesprochen, dass der Bezug der dritten Säule in gewissen Fällen auch vor dem Erreichen des Pensionierungsalters möglich ist. Auch beim Erreichen des Pensionierungsalters gibt es eine Limite. Nämlich muss der Bezug innerhalb der nächsten 5 Jahre erfolgen. Dies ist jedoch auch nur, falls du weiterhin erwerbstätig bist.

Eine weitere Möglichkeit um “Steuern zu sparen” wäre, mehrere dritte Säule-Lösungen zu halten. Aber Vorsicht: Der maximale Gesamt-Einzahlungsbetrag bleibt derselbe. Solltest du mehrere 3. Säule Vereinbarungen halten, kannst du diese auch gestaffelt auflösen und das Geld in mehreren Zügen beziehen. Da die Kapitalleistungen progressiv besteuert werden, führt eine sukzessive Auszahlung zu einer Steuerersparnis, da du dir ja dann nur den Gesamtbetrag auszahlen lassen kannst.

Bis wann in die Säule 3a einzahlen?

Generell gilt, man kann beginnen, in die Säule 3a einzuzahlen, sobald man ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Deswegen lieber zu früh als zu spät damit anfangen, sich um seine Altersvorsorge zu kümmern. Falls du dieses Jahr noch einzahlen möchtest, dann empfehlen wir dir den Antrag für die Überweisung bei deiner Bank noch vor dem 24. Dezember zu stellen. Somit verhinderst du, dass im Weihnachts-Durcheinander deine Einzahlung vergessen geht. Zahle also noch vor dem 24. Dezember 2022 ein und profitieren vom Steuerabzug.

Was ist der Unterschied zwischen der Säule 3a und der Säule 3b?

Bei der Säule 3a spricht man von der gebundenen Selbstvorsorge, während die Säule 3b die ungebundene Selbstvorsorge darstellt. Wie der Name bereits vorwegnimmt, ist das Geld auf der Säule 3a gebunden, d.h. man kann es sich eigentlich vor der Pensionierung nicht auszahlen lassen (mit Ausnahmen). Bei der Säule 3b ist das Geld nicht gebunden und man kann es sich jederzeit wieder auszahlen lassen. Die wichtigsten Merkmale haben wir hier für dich zusammengefasst:

Säule 3a

Säule 3b

Guthaben liegt bei einer Bank oder Versicherung

Sparbeiträge in verschiedenen Formen

Maximale Einzahlungsbeträge sind schweizweit vorgegeben

Unlimitierte Einzahlungen

Beim Bezug müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein

Auszahlungen jederzeit möglich, ohne Angabe von Gründen

Einzahlungen kann man von den Steuern abziehen, Guthaben ist bis zum Bezug von der Vermögenssteuer befreit

Guthaben muss jährlich versteuert werden (Vermögenssteuer) und allfällige Erträge unterliegen der Einkommenssteuer

Beim Bezug müssen Steuern bezahlt werden

Bei Auszahlung/Rückzug fallen keine Steuern an

 Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von findependent mit der Anlage-App von Viac, einer unserer Meinung nach einer der besten Säule 3a der Schweiz, findest du hier.

Einen Vergleich der gängigen Investment Apps (Anlage Apps) der Schweiz haben wir dir hier bereitgestellt.

Freies Vermögen

Was ist der Unterschied zur Säule 3a?

findependent gehört zu den privaten Anlagelösungen im Bereich des freien Vermögens, also ausserhalb der Pensionskasse oder Säule 3a. Wer sein Geld im freien Vermögen anlegt, ist bezüglich der Höhe völlig frei und kann es auch jederzeit wieder zurücknehmen. Dank dieser Flexibilität kann man sein Geld bspw. schon vor der Pensionierung auszahlen und für eine längere Reise nutzen.

Allerdings können Einzahlungen in Anlagelösungen nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und die Anlagesumme muss als Vermögen und die Erträge als Einkommen versteuert werden.

Anlegen im freien Vermögen hat gegenüber der Säule 3a und Pensionskassen aber auch einen grossen steuerlichen Vorteil. Privatpersonen müssen nämlich Kapitalgewinne aus ihren Anlagen nicht versteuern. Solche Kapitalgewinne entstehen, wenn Anlagen zu einem höheren Preis als dem ursprünglichen Kaufpreis verkauft werden, sprich, wenn der Wert der Anlagen wächst.

Gerade bei Aktien-Anlagen fällt in der Regel der Grossteil der Rendite nicht als Erträge sondern als Kapitalgewinn an, da die Unternehmen einen Grossteil ihrer Gewinn nicht als Dividenden ausschütten, sondern wieder in das Unternehmen investieren und so den Wert des Unternehmens bzw. der Aktie steigern. Je höher der Aktienanteil der Anlagelösung, umso höher also der steuerfreie Kapitalgewinn.

Hier der direkte Vergleich zwischen Anlegen im freien Vermögen und dem Säule 3a investieren: Was ist wann zu versteuern?

Eine Tabelle fasst zusammen, wie sich Erträge, Einzahlungen und Kapitalgewinne beim freien Vermögen und der Säule 3a verhalten.

Mit unserem Renditerechner kannst du dir ein massgeschneidertes Bild verschaffen und siehst, wie sich deine Ersparnisse entwickeln.

Anlagedauer

Startbetrag

Monatliche Einzahlung

Anlagelösung

Dein Vorteil mit findependent* CHF 0
* Wir rechnen mit 0.1% Zinsen auf dem Sparkonto und für die Prognosen wird die vergangene Wertentwicklung basierend auf Indexdaten, abzüglich Verwaltungs-, Depot- und ETF-Kosten seit 2005 verwendet (Nettorendite). Sie ist keine Garantie für die zukünftige Marktentwicklung. Der tatsächlich erreichte Vermögenswert kann erheblich von den Prognosen abweichen.

Und wenn du dir gerne ansehen möchtest, warum sich Geld anlegen lohnt, empfehlen wir dir dieses Video hier

Pensionskasse

Lohnt sich der Einkauf in die Pensionskasse?

Bei einigen Pensionskassen ist es möglich, freiwillig zusätzlich einzuzahlen (sogenannter «Pensionskassen-Einkauf»). Der Vorteil davon ist, dass diese Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfen. Die Nachteile dagegen sind, dass das Geld in der Pensionskasse gebunden ist und dass das Pensionskassen-Kapital eine deutlich tiefere Rendite erzielt, als wenn man selbst langfristig anlegt. Der Hauptgrund dafür ist die grosse Umverteilung von den einzahlenden zu den beziehenden Personen der Pensionskasse, um die aktuellen, zu hohen Renten finanzieren zu können.

Der Pensionskasse-Einkauf lohnt sich entsprechend vor allem in den Jahren vor der Pensionierung – ungefähr ab einem Alter von 55 Jahren. In diesem Alter ist in der Regel der Lohn und somit die Steuerersparnis am grössten und das Vermögen ist nur relativ kurz in der Pensionskasse gebunden.

Ob sich ein Einkauf wirklich lohnt, hängt jedoch stark von der spezifischen Pensionskasse ab und sollte daher im Einzelfall genau geprüft werden.

Ab welchem Einkommen soll ich in die Pensionskasse einzahlen?

Alle Arbeitnehmer:innen mit einem jährlichen Einkommen von über 21’510 Franken zahlen in die Pensionskasse ein. Für Selbstständigerwerbende ist die berufliche Vorsorge freiwillig.

Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen finanzieren die Beiträge für die 2. Säule gemeinsam.

Ein paar Tipps zum Schluss

  • Wie bereits erwähnt, solltest du den Einkauf in die Pensionskasse erst im Alter von etwa 55 Jahren in Betracht ziehen.
  • Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich vor allem dann, wenn du dein Geld nicht einfach auf ein Konto einzahlst, sondern es ebenfalls anlegst. Wähle für deine Säule 3a also ein Anlagekonto.
  • Während die Säule-3a-Anlagekonten von Banken in der Regel relativ teuer sind, sind die digitalen Alternativen von Viac, Frankly & co. einiges günstiger und somit viel lohnender. Hier geht’s zum Vergleich von findependent und Viac.
  • Ab einem Guthaben von ca. CHF 50’000 ist es sinnvoll, für die Säule 3a mehrere Konten zu haben, damit du dein Geld gestaffelt beziehen und so wiederum Steuern sparen kannst. Mehrere Konten bedeuten allgemein auch mehr Flexibilität beim Bezug.
  • Nebst der hohen Flexibilität besticht Anlegen im freien Vermögen vor allem durch den steuerfreien Kapitalgewinn. Somit solltest du auch nicht warten mit Anlegen im freien Vermögen, bis du in deiner Säule 3a den Maximalbetrag ausgeschöpft hast, sondern beide Möglichkeiten als gute Ergänzungen zueinander nutzen.
  • Steuertechnisch ist es besser, im freien Vermögen einen höheren Aktienanteil zu halten als in der Säule 3a, anstatt umgekehrt. Bei beidem den gleich hohen Aktienanteil zu haben, macht aber natürlich auch Sinn.
  • Insbesondere wer mit hohem Aktienanteil anlegt, profitiert davon, sein Vermögen langfristig ausserhalb der Säule 3a aufzubauen. Deshalb solltest du dir bspw. bei einem Hauskauf oder beim Eintritt in die Selbständigkeit überlegen, das Geld nicht aus der privaten Anlagelösung, sondern aus der Säule 3a zu nehmen. So kombinierst du den Vorteil der Steuerersparnis bei der Einzahlung in die Säule 3a mit dem Vorteil des steuerfreien Kapitalgewinns im freien Vermögen.

Warum mit findependent anlegen? Schau’s dir im Video an

Das könnte dich auch noch interessieren

eine Weggabelung mit einem Wanderweg der sich in zwei neue Wege teilt. Entweder einmalig den Gesamtbetrag investieren oder schrittweise anlegen.
passiv oder aktiv investieren - steht als Worte auf zwei Pfeilen, hellblauer HIntergrund
3 Frauen, die auf ein Smartphone schauen. Symbolisiert Frauen, die über Geld anlegen sprechen.
Die Inflation, sprich Geldentwertung, lässt die Ersparnisse auf dem Konto kleiner werden
berge und typ
Eine Hand hält ein Mobiltelefon. Auf dem Screen sieht man die Anlage App von findependent für die nachhaltige Anlage deiner Gelder
Richtiger Zeitpunkt zum Investieren - zwei weibliche hände halten ein smartphone, auf dem screen sieht man die findependent app mit der aktuellen wertentwicklung.
mit weisser kreide gezeichnetes Fragezeigen, auf einer schwarzen Schieferplatte - wie viel soll ich anlegen?