findependent Marktbericht

Rückblick auf das 2. Quartal 2024

Auch das zweite Quartal brachte erfreuliche Renditen. Die primären Renditetreiber waren Gold und Schweizer Aktien. Letztere holten im Q2 zwar gegenüber globalen Aktien, angeführt von US-Firmen, etwas auf. Über das ganze bisherige Jahr gesehen lieferten globale Aktien allerdings deutlich mehr Rendite als Schweizer Aktien. Der schwache Schweizer Franken spielte dabei eine tragende Rolle.

Auf dem falschen Fuss erwischt wurden damit insbesondere Schweizer Anleger:innen, die ihre Fremdwährungsanlagen gegen Kursverluste absicherten. Findependent nimmt keine solche Fremdwährungsabsicherungen vor.

Es ist deshalb kein Zufall, dass die Anfragen nach währungsabgesicherten Aktien-ETF seitens unserer Kund:innen in diesem Marktumfeld nachgelassen haben. Unsere Meinung zu diesen Instrumenten ist klar: Wer langfristig investiert, sollte die Finger davonlassen.


Rückblick

Fast alle Anlageklassen trugen zur positiven Wertentwicklung (in CHF) im 2. Quartal bei:

  • Gold +4.8%
  • Schweizer Aktien +3.1%
  • Globale Aktien +2.1%
  • CHF-Unternehmensanleihen +0.8%
  • Schweizer Staatsanleihen (3-7 Jahre) +0.4%
  • Schweizer Immobilienfonds -1.0%

Damit erzielte jedes durchgängig investierte findependent Portfolio eine positive Rendite. Das ist sehr erfreulich.

Die Stimmung an den Finanzmärkten blieb im zweiten Quartal unverändert gut. Einige Aktienindizes markierten sogar weitere Allzeithochstände. Dies überrascht wenig, denn die Weltkonjunktur zeigte sich robust, erste wichtige Zentralbanken lösten ihre „Versprechen“ von tieferen Leitzinsen ein und es gab keine politischen Ereignisse mit gravierenden Folgen für die Realwirtschaft. Diese Mischung ist in der Regel vorteilhaft für Finanzanlagen.


Einschätzung

An den Finanzmärkten ist eigentlich zu jeder Zeit (fast) alles möglich. Dieser Satz kann nicht genug oft wiederholt werden. Prognosen sollten deshalb mit Vorsicht genossen werden. Dies gilt im Besonderen auch für Vorhersagen von Währungskursen, denn kurzfristig werden diese von zahllosen Faktoren – von geldpolitischen Entscheidungen (z. B. Änderungen von Leitzinsen), über Wirtschaftsstatistiken (z. B. BIP-Wachstum oder Inflationsdaten) bis hin zu politischen Ereignissen (z. B. Regierungswechsel) – bewegt. Manchmal sind auch blosse Gerüchte für markante Währungsschwankungen verantwortlich und nicht selten gibt es keinerlei offensichtliche Erklärungen dafür.

Über einen langfristigen Zeitraum sieht die Sache ein bisschen anders aus. In der Tendenz werten sich die Währungen von Ländern mit tiefen Teuerungsraten relativ zu solchen mit höheren auf. Dies ist jedoch kein Naturgesetz, sondern eher eine historische Beobachtung, wie die Währungsentwicklung des japanischen Yens über die letzten 12 Jahre eindrücklich zeigte. Trotz kontinuierlich tiefer Teuerung verlor die Währung über die Hälfte ihres Werts gegenüber dem Schweizer Franken.

Was bedeutet dies für Anleger:innen?

Es ist für die meisten sehr schwierig bis unmöglich, mit einer aktiven Währungsallokation nachhaltige Renditen zu erzielen. Klar: wer seine Anlagen in japanischen Aktien währungsabgesichert tätigte, konnte in den letzten Jahren eine hohe Rendite erzielen. Wer dies im Jahre 2024 für US-Aktien tat, verpasste hingegen eine USD-Aufwertung von über 7% und bezahlte für die Absicherungskosten zusätzlich noch über 2% seit Anfang Jahr.

Am besten lässt man es einfach sein. Folglich empfehlen wir keine Aktien-ETF mit Währungsabsicherung und bieten solche nicht an.


Ausblick

Wir machen keine Prognosen. Unser Rezept ist und bleibt simpel. Lege langfristig, breit abgestützt und kostengünstig an.

Der findependent Marktbericht ist ein vierteljährlich erscheinender Rückblick und Kommentar zu den Entwicklungen am Finanzmarkt.

Wer für den Marktbericht zuständig ist:


Matthias (Gründer)


Tobias (Investment Management)

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