Anlegen in Krisenzeiten

Was du über die aktuelle Marktlage wissen musst

Schwankungen gehören zum Anlegen dazu. Auch grössere Turbulenzen, wie wir sie aktuell erleben, treten immer wieder auf. Doch auch wenn sie sich nicht gut anfühlen, gilt es nun durchzuhalten und an seinen Anlagen festzuhalten.

In diesem Blogbeitrag möchten wir die aktuelle Situation etwas einordnen und so allfällige Unsicherheiten und Zweifel abbauen. Dabei beantworten wir folgende Fragen:

Was passiert gerade an den Finanzmärkten?

Oftmals lässt sich nicht genau erklären, weshalb die Kurse an den Börsen fallen oder steigen. Aktuell sind die hohen Inflationsraten, welche in vielen Ländern zu beobachten sind und die damit verbundenen Erhöhungen der Leitzinsen als Gegenmassnahme der Notenbanken sowie der Krieg in der Ukraine wohl die schwerwiegendsten Gründe für die unsichere Stimmung an der Börse.
Nicht nur die Wirtschaft Russlands und der Ukraine sind von letzterem betroffen – die Sanktionen des Westens treffen auch Unternehmen weltweit, die mit russischen Unternehmen im Geschäft sind. Viele Anleger:innen fürchten, dass solche Unternehmen eine schlechte Zukunft haben und verkaufen deshalb ihre Anteile. Ihnen stehen weniger Leute gegenüber, die kaufen wollen. Deshalb fallen aktuell die Preise vieler Aktien und damit auch die Kurse von Anlagelösungen, welche solche Aktien beinhalten.

Wie schlimm ist es? Wie geht es nun weiter?

Klar, es fühlt sich nicht gut an, wenn der Wert deiner Anlagelösung stark fällt oder du sogar im Minus bist. Marktturbulenzen und schlechte Phasen gehören aber seit jeher zum Anlegen dazu. Allerdings kann niemand mit Sicherheit vorhersagen, in welchen Abständen sie kommen, wie lange sie andauern und wie stark die Turbulenzen jeweils sind. Genauso wenig weiss man, wie sich die Lage von nun an entwickeln wird und wie schnell sich die Märkte wieder erholen werden.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Wirtschaft auch grössere Krisen wie die Finanzkrise 2008/09 oder die Corona-Krise im Frühling 2020 stets überwunden hat.

Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes gemessen am Swiss Performance Index (SPI) mit Finanzkrise und Corona-Krise gekennzeichnet.

Während der Finanzkrise ist der Schweizer Aktienmarkt (SPI) innerhalb von 1.5 Jahren um ganze 50% gefallen und hat sich schliesslich nach etwas mehr als 4 Jahren wieder vollständig erholt gehabt. Und im «Corona-Frühling» 2020 ist der SPI innerhalb eines Monats um 26% gefallen – der schnellste Einbruch in der Geschichte des SPI. Anfangs 2021 und damit lange bevor sich die Corona-Lage bedeutend verbessert hat, war der Kurs aber bereits wieder auf seinem Niveau vor dem Schock.

Diese und weitere Beispiele zeigen, dass davon ausgegangen werden darf, dass sich die Märkte mit der Zeit mit grosser Wahrscheinlichkeit auch vom aktuellen Einbruch erholen werden.

Was bedeutet das für meine Anlagelösung?

Mit deiner findependent Anlagelösung in ETFs bist du ganz bewusst sehr breit abgestützt. Und zwar in mehr als 3’000 Einzeltitel, verteilt auf verschiedene Branchen, Länder und Regionen. Dies hat gerade in Krisenzeiten einen enormen Vorteil.

Deine Anlagelösung würde nämlich nur dann auf 0 Franken fallen, wenn all diese mehreren tausend Unternehmen Konkurs gehen und somit ihre Aktien wertlos werden würden – und das ist doch äusserst unwahrscheinlich.

Denn auch wenn einzelne Unternehmen Konkurs gehen oder sich einzelne Branchen nie mehr ganz erholen sollten, wird der ganz grosse Anteil der Unternehmen die Krise überwinden. Dies kann wie im Corona-Frühling 2020 sehr schnell gehen oder auch Jahre dauern wie nach der Finanzkrise 2008 und hängt davon ab, wie schnell sich die Lage wieder beruhigt. Aber schlussendlich haben die globalen Finanzmärkte bisher noch jede Krise überstanden.

Wie reagiert findependent?

Mit findependent verfolgen wir eine passive «Kaufen-und-Halten»-Anlagestrategie (engl. «Buy and Hold»). Unsere breit abgestützten Anlagelösungen sind aufs langfristige Anlegen ausgerichtet. Das heisst, wir reagieren bewusst nicht aktiv auf die aktuelle wie auch andere Marktentwicklungen, sondern überprüfen die eingesetzten ETFs und deren Gewichte bloss einmal pro Jahr und machen auch dann in der Regel nur kleine Anpassungen.

Brauchst du nochmals einen Überblick darüber, wie langfristiges Anlegen mit ETFs geht und wie genau der Wert von Anlagen zustande kommt? Dann findest du Antworten in diesem Blogbeitrag.

Was kann ich tun?

Auch wenn es nicht ganz einfach ist: Am besten hältst du an deinen Anlagen fest, ganz egal wie die Marktlage gerade ist. Denn so verpasst du den nächsten Aufschwung ganz sicher nicht und bist langfristig erfolgreicher, als wenn du deine Anlagen jetzt zu tiefen Preisen verkaufen würdest. Denn so würde der Verlust auf Papier zu einem realisierten Verlust.

Gerade auch in schlechten Zeiten empfehlen wir regelmässiges Anlegen. Denn während die Kurse tief sind, erhältst du für dein Geld mehr ETF-Anteile, als wenn die Kurse hoch sind. Wenn du auf mehrere Zeitpunkte in regelmässigen Abständen verteilt anlegst, bist du im Schnitt erfolgreicher, als wenn du probieren würdest, auf den einen «perfekten» Zeitpunkt zu spekulieren. Diesen Effekt – das sogenannte «Dollar-Cost-Averaging» – veranschaulichen wir in diesem Blogbeitrag anhand der Entwicklung während des «Corona-Jahres» 2020.

So oder so solltest du vermeiden, emotionale Entscheidungen zu treffen und hältst stattdessen am besten an deinem bisherigen Plan fest. Damit dir dies gelingt, haben wir dir zum Schluss noch ein paar Tipps:

  • Mach dich nicht unnötig verrückt, indem du deine Anlagen nun ständig in der App checkst.
  • Verschwende deine Zeit und Energie nicht mit dem Lesen von Finanznews.
  • Vergiss bei der täglichen Informationsflut nicht den langfristigen Anlagehorizont.
  • Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst. Jetzt ist eine gute Gelegenheit Ausgaben zu hinterfragen und dich damit auseinanderzusetzen, ob du von deinem Lohn eigentlich noch mehr sparen und investieren könntest.
  • Womöglich ist nun länger Geduld von dir gefragt – gut wenn du dich mental darauf einstellst.

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